Donnerstag, 9. Juni 2011
Garten Eden
Nimmt sie nun zu oder ab, die Gewalt? Man weiß ja gar nicht mehr, was man noch glauben soll. Erstens wird einem durch die Medien vermittelt, dass die Gewalt auf deutschen Straßen, Bahnstationen und Schulhöfen steigt. An sich gibt es täglich einen Bericht. Gleichzeitig gibt es Studien, die besagen, dass die Jugendgewalt sinkt. Eine andere Studie sagt, sie steigt. In einer wieder anderen wird davon gesprochen, dass Deutsche die Haupttäter sind. Darum muss es ja auch eine geben, welche den Migranten die Schuld in die Schuhe schiebt. Dass Linksextreme laut Medienberichten inzwischen so brandgefährlich wie die RAF sind, kommt noch dazu. Dass auch rechte Gewalttaten steigen, ebenfalls.

Uiuiuiui! Was soll man da denn noch glauben? Da kann man ja nichtmal einen gescheiten Mittelwert ziehen. Oder doch?

Rechnen wir mal nach. Hmmm. Wenn man 50 Studien nimmt, die eine Gewaltsteigerung feststellen, und 50, die das Gegenteil im Fazit stehen haben. Dann wieder 50, die sagen, die Ausländer sind schuld, und wieder 50, die besagen, die Deutschen sind schuld. Das multipliziert man mit dem subjektiven Faktor „Medienberichterstattung X“ und zieht die Querwurzel der Realität aus Y so bekommt man... *Grübel*

… Null heraus.

„Auf die Fresse“ ist so was von oldschool, dass es schon fast lächerlich ist.

Mein Vater berichtete mir aus den 70ern: Damals herrschte ein Krieg zwischen Haren und Meppen. Wenn man mit seiner Moffa falsch unterwegs war, bekam man Kloppe. Damals herrschten zusätzlich Territorialkämpfe zwischen Meppenern. Fuhr man von der Neustadt aus nach Esterfeld, auch „Blutacker“ genannt, bekam man – na was wohl? KLOPPE! In der Schule ebenso. Auf dem Schulhof – von den Bullys, dann im Klassenraum – vom Lehrer.

Da mischten sich ganze Banden auf. Und jetzt ziehen wir mal einen Faden in die Gegenwart. Ausländer kloppen sich um ihren Territorialanspruch mit Deutschen, welche das auch machen. Dann sinnlose Ausbrüche der Gewalt. Ein Mann wird am Bahnsteig zu Tode geprügelt. Gab es zu meiner Jugend auch. Da wurde man in der Diskothek krankenhausreif geschlagen, weil man – hm. Weil man einfach da war. Ist mir, Gott sei Dank, nie passiert. Naja. Auf die Fresse hab ich oft bekommen, weil ich zur falschen Zeit am falschen Ort war. Aber ich musste, Gott sei es gedankt, nie in die Klinik. Am schwersten war immer das Ego verletzt.

Ich will hier nichts bagatellisieren oder gutheißen. Ich fand es immer schon scheiße, wenn man seinen Frust in Form von Gewalt an anderen auslässt. Und jemanden so zu vermöbeln, gar mit Waffen zu drangsalieren, dass er nie wieder der gleiche ist – oder gar tot - dazu muss ich ja wohl nichts ausführen. Ehrlich gesagt fehlen mir dazu die Worte. Da geht man mal hin und schlägt jemanden bewusstlos. Dann kommt ein „DU, DU, DU! Das machst du aber nicht noch einmal.“ Und gut is. Manchmal gibt es dann Haftstrafen, die geradezu lächerlich erscheinen. Oder Therapien bzw. (im Vorfeld, welches keines ist, denn der Samen der Gewalt wurde bereits gesät) Präventionskampagnen.

Ihr merkt, man kann es nicht richtig machen. Ob Strafe durch den Kadi oder Folter durch Sozialpädagogen. Nichts hilft. Es steckt in uns drin. Genauso wie die Tatsache, dass wir Menschen nicht glücklich sein können, aber immerzu danach streben, steckt die Gewalt in uns. Einige fressen sie in sich hinein. Einige sind weniger empfänglich für Aggressionen, andere leben sie offen aus. Aber der Mensch ist und bleibt eine verdammte Bestie. Da wird sich auch nichts in Utopia dran ändern. Heute habe ich auf der Arbeit, dank eines Kommentars von einem kleinen Jungen, mit meiner Kollegin eine Diskussion geführt, in der es darum ging, im Himmel glücklich zu sein. Ich habe gesagt: Über kurz oder lang wird der Himmel zur Hölle. Wenn man alles hat, langweilt man sich und wird unzufrieden. Er müsste schon wie eine Droge wirken, welche bestimmte Seelenareale abtötet, damit das nicht so wäre. Wer weiß, evtl. sind wir ja noch im Garten Eden, haben ihn aber dank unserer Menschlichkeit und unserem Hang zur Gewalt in die Hölle verwandelt?

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Donnerstag, 24. März 2011
Scheiß auf Moral?


Da ist es wieder. Das Dilemma mit der Moral. Piratenpartei, Internetuser, Menschenrechtler und so weiter wehrten sich einst gegen die Zensur im deutschen Internet. Zja. Soweit auch ganz richtig. Wer will hier schon Verhältnisse wie sie in China? Ich nicht. Trotzdem gibt es gefährliche Internetseiten.

Ob es nun Kinderpornos sind oder Seiten wie „iShareGossip“, in denen Schüler von anderen Schülern runter geputzt werden. Das sind Seiten die gesperrt gehören. Die man in Deutschland nicht erreichen dürfte. Wäre da nicht das Ding mit der Zensur. Wo fängt sie an? Wo hört sie auf?

Im Falle von „iShareGossip“ stellen sich mir die Nackenhaare hoch. Völlig anonym kann man dort gegen Mitmenschen hetzen. Kann Bilder hochladen. Kann dort Leben zerstören. Wir erinnern uns: Die Pubertät war ein Arschloch. Nicht bei jedem von uns. Doch bei vielen. Damals ging es ganz Oldschool zu. Man wurde direkt gemobbt und verprügelt. Das blieb aber meistens in der Schule. Oder dem Umfeld. Zumindest im Stadtteil. Außerdem konnte man seinen Peinigern ins Gesicht sehen. Und gezielt ihre Bremsschläuche durchschneiden. Oder Jahre später feststellen, dass das Leben dafür sorgte, dass die Ärsche von damals heute totale Loser sind und man selber etwas erreicht hat.

Eins steht fest: Mobber waren immer schon feige. Nur stark in der Gruppe. Das sorgt dafür, dass man nicht einen bestimmten im Visier hat, sondern eine Klasse oder „Gang“. In der Welt 2.0 geht das alles so schön anonym. Kein einloggen, kein Augenkontakt. Nichts. Man kann einfach drauf los schlagen. Und die Opfer? Die genießen keinerlei Schutz.

Jetzt mal ne Frage am Rande. Das deutsche Internet ist doch bereits Zensiert. Wenn man zum Beispiel bei Youtube bestimmte Bands sehen will geht das nicht. Warum geht das nicht bei Seiten auf denen Menschen zum vergnügen anderer leiden müssen? Ach ja. Das sind ja wirtschaftliche Interessen gegen moralische. Sorry. Hab ich vergessen.

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Freitag, 15. Oktober 2010
Neue Webseite
Ich war immer der Meinung, dass meine Schlaraffenlandgeschichten nicht so recht in meinen Blog passten. Jetzt habe ich eine eigene Webseite gebastelt. Online sind natürlich die alten Geschichten aber auch die ersten drei Teile einer größeren Story. Zudem gibt es ein weiteres Extra: Hintergrundinformationen. Alles Dinge die hier keinen Platz fanden.

Wer bock hat kann dort auch OHNE ANMELDUNG etwas Posten oder mir ne Mail schicken. Links gibt es auch. Allerdings noch nicht so ausführlich wie hier. Wer verlinkt werden will meldet sich einfach.

VIEL SPAß IM SCHLARAFFENLAND!

Ps: Kritik, Anregungen oder Lob durchaus erwünscht!

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Dienstag, 5. Oktober 2010
Weltweit dicke Luft
Jeden Tag sind mindestens 5 Schlagzeilen in allen gängigen Tageszeitungen in denen es um den Islam geht. Einerseits warnen die Ameriakaner vor islamistischen Terror in Europa, dann möchte der Bundespräsident „Friede, Freude, Eierkuchen“ propagieren, ein Franzose zündet Seiten des Koran an und pinkelt im Anschluss drauf, harmlose Witze werden vom MDR Intendanten gemacht und sogleich wird „Volksverhetzer“ gebrüllt.

Ich habe das Gefühl, dass sich das alles soweit aufschaukelt das es zu einen handfesten Krieg kommen wird. Nicht örtlich begrenzt. Ein weiterer Weltkrieg. Nein, ich muss mich korrigieren. Das was wir gerade erleben ist bereits der Anfang. Es ist nicht ein Krieg gegen den Terror – wie die Amis sagen. Es ist ein Krieg der Kulturen.

Afrika: Christen werden von Moslems getötet weil sie Christen sind, in Thailand werden breite Bevölkerungsschichten von Moslems unterdrückt und getötet. Und was ist mit den Buddhisten in Malaysia? Moslems werden von Amerikanern gejagt und der Rest der Westlichen Welt macht mit oder schaut vornehm in einer andere Richtung.

Und hier habe ich auch zunehmend das Gefühl das selbst meine Tolleranz zu stark beansprucht wird. Evtl. weil diese ganze Gottessache meinem Weltbild widerspricht. Ich es nicht nachvollziehen kann, warum man im Namen Gottes tötet. Egal ob im Namen Jesu oder eines anderen.

Einerseits wird von uns verlangt unglaubliche Toleranz dem Islam gegenüber aufzubringen. Aber andererseits wird meiner Kultur – die ich Lebe und in der ich Lebe mit all ihren stärken und schwächen – kaum mehr als Verachtung entgegengebracht.

Während viele von einer gelungenen Integration träumen, habe ich zunehmend das Gefühl das die gar nicht gewollt ist. In normalen Bevölkerungsschichten, die nicht als Braun zu bezeichnen sind, sondern als der „Durchschnittsdeutsche“, macht sich vermehrt Stimmung gegen Moslems breit. Und das ist auch kein Wunder:

1.Vermehrte Berichterstattung durch die Medien – das Peitscht an.
2.Angst! (vor dem Fremden auf beiden Seiten) Eine große Bevölkerungsschicht in Deutschland WILL sich nicht integrieren. Pfeift auf Bildung und hiesige Werte. Der Teil der es will hat es sehr schwer. Ein Abdul wird halt bei der Volksbank nicht so schnell angestellt wie ein Heinz.
3.Fokussierung und zunehmendes Schubladendenken: Alltägliche Erlebnisse mit jungen Ausländern, wie Pöbeleien, Diebstähle etc. treten immer häufiger auf und werden auch stärker wahrgenommen. Selbst in Arnsberg gibt es „No-Go Areas“ für Deutsche. Dies schafft weiteres Misstrauen. Positive Erlebnisse werden als Ausnahme abgetan. Gewalt (obwohl es noch nicht so ist) als die Regel.
4.Angst (seine Meinung zu äußern): Wenn man etwas gegen den Islam sagt ist man unten durch. Islamisten wollen einen kaltmachen und die Deutschen die eine falsche Moral vertreten beschimpfen einen gleich als Nazi. In Öffentlichen Ämtern muss man sogleich den Hut nehmen. Dies suggeriert den Menschen das auch sie nichts sagen dürfen. Es schürt ihre Angst und Wut.


Deutschland ist ein Wasserkocher. Und es brodelt. Wenn Politik und Medien es nicht zulassen, das man seine Meinung sagen darf, dann wird es knallen. Immer mehr Menschen werden sich nach rechts wenden. Parteien, die es nicht verdienen als solche bezeichnet zu werden ,bekommen Zulauf. Man ist nicht gleich ein Nazi oder Volksverhetzer wenn man seine Meinung zu seinem Thema äußert. Aber wenn die einzigen die es zulassen Nazis sind, dann ist man schnell in deren Fängen. Meine Botschaft lautet: Ich habe Angst. Angst davor, dass sich das Verhältnis zwischen den Kulturen soweit aufschaukelt, dass alles zerstört wird woran ich glaube. Toleranz muss von beiden Seiten kommen. Und im Moment habe ich das Gefühl das es von keiner Seite mehr kommt.

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Freitag, 1. Oktober 2010
Frage an die Leser
hi!

mir will sich nicht erschließen was die leute alle gegen S-21 haben. ich sehe nur vorteile.

kann mir das jemand SACHLICH erklären - abgesehen von dem unangebracht brutalem vorgehen gegen demonstranten?

danke schonmal!

meine frage drängt sich wegen der vorkommnisse auf - gut zusammengefasst in diesem VIDEO.

welches ich aus oras blog geklaut habe.

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Freitag, 3. September 2010
Zynismus


Wie sich alle über dieses Video aufregen! Und wie verlogen die Bild ist!

Die Youtubekommentare, das Kopfgeld welches von einer Tierschutzorganisation ausgesetzt wurde (2500 Flocken). Alles so scheinheilig. Aus Sicht meiner Rasse (also der Mensch) würde mich das dahinscheiden eines Artgenossen mehr tangieren. Die meisten Kommentatoren dürften den Kopf der Blondine fordern und danach herzhaft in ihren Mc Doof Burger beißen und sich SAW 5 (tausend) im Kino angucken. Vollpfosten. Nicht das ich es gutheiße das eine Sadistin Hundebabys umbringt. Nein, sicher nicht. Aber das sich die Menschen mal wieder mehr darüber aufregen, das ein Tier stirbt, als das im Iran Kinder von Seuchen dahingerafft werden ist typisch.

Ich gehe jede Wette ein, das kein einziger der Kommentatoren einen Finger krummmachen würde, wenn in der U-Bahn ne Oma vermöbelt wird. Grr. Diese scheinheiligen Deppen.
Klar, kann ich verstehen, dass einen diese Bilder aufwühlen. Da Tiere leben und somit Gefühle haben (sie empfinden zumindest Schmerzen) ist es schon ne ziemlich krasse Geschichte sie zu Quälen. Es zeigt wie schwach man in Wirklichkeit selber ist. Wer wehrlose Geschöpfe tötet, tut dies um Macht zu spüren. Die Macht Leben zu nehmen. Die Freude an der Erkenntnis, dass man nicht am Ende der Nahrungskette steht. Dieser Mensch muss eine ausgeprägte Persönlichkeitsstörung haben. Und diesen Menschen muss man auch grundsätzlich Tendenzen vorwerfen, dass er das mit seinen Artgenossen ähnlich handhabt oder dahingehende Fantasien hat. Zudem muss dieser Mensch durchaus wahrnehmen, das Tiere fühlen. Denn sonst würde das Quälen ja keinen Sinn ergeben. Nähme dieser Mensch an, dass Tiere den Wert eine Maschine hätten, könnte er auch Autos zerkratzen und hätte kaum mehr Spaß daran ein Tier zu töten.

Und da komme ich zu meiner eigenen Misere. Ich habe einfach kein Verhältnis zu unseren Mitbewohnern auf diesem Planeten. Zu Menschen ja. Aber zu Tieren? Für mich sind sie so Fremd wie ein I-Pod für meinen Opa. Manche Tiere finde ich süß. Und absichtlich würde ich einfach keines umbringen. Nichtmal nen hässlichen Karpfen. Das würde mich belasten. Aber wenn mir ein Reh vors Auto läuft, täte es mir um mein Auto schon ne ganze Ecke mehr leid, weil ich ein persönliches Verhältnis zu ihm habe. Zu dem Reh nicht. Liefe mir ein Mensch vor das Auto, wäre mir meine Karre egal und ich würde, sollte die Person sterben und behindert sein, sicher so schnell nicht mehr glücklich. Ich kenne Tiere aus meiner Kindheit nur als Nahrung. Unser Haustier war Papas Opel Ascona GT. Jeder im Haus liebte diesen Wagen. Und jeder hat schöne Erinnerungen an ihm und daran was man mit ihm erlebt hat. So wie viele andere an ihren Schäferhund. Und so ist es noch heute. Tiere nehme ich wahr. Ich freue mich über Begegnungen mit ihnen – solange sie für mich ungefährlich sind – und esse sie.

Wer mich für zynisch oder gestört hält, sollte sich das Video nochmal genauer ansehen. Aus dem Off spricht der liebe Mann von der Bild. Er tut so, als wäre es ein Skandal, das die Hundebabys sterben. Legt Mitleid in seine Stimme. Am Ende wird erkennbar, dass das Video eine Endlosschleife ist, nur damit der ach so geschockte Knilch Werbung für die Bild machen kann. Mit sterbenden Hundewelpen im Hintergrund. Wie zynisch ist das denn bitte? In diesem Fall haben sich die Bild und die Hunderipperin ein unentschieden im Wettstreit um das perverseste Youtubevideo geliefert...

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Montag, 26. Juli 2010
Beileid
Ich werde dieses mal nicht zynisch sein. Ich werde nicht über Massenwahn und Hysterie lästern und Menschen als „Dumme Masse“ bezeichnen. Dafür sind die Wunden noch zu frisch.

Oft sehe ich das alles etwas entrückt, weil ich halt manche Sachen nicht nachvollziehen kann. Im Falle Duisburg kann ich nachvollziehen was in den Menschen vorging. Als ich vor 3 Jahren in Essen auf der Loveparade war, hab ich auch nur gedacht „Oh mein Gott! Das ist der Horror!“ Ich war aufgrund der Massen permanent am nervlichen Limit. Wäre mir da einer vor die Füße gefallen. Ich weiß nicht wie ich reagiert hätte. Und schon damals, in der großen Stadt Essen, war das Gedränge derartig gigantisch, dass es oft keine Chance auf entrinnen im Falle einer Panik gab. Auch diese Strecke ging durch einen Tunnel. Wenn auch ungleich breiter. Ich befand mich in dem Tunnel. Und damals ließen Idioten von oben Flaschen auf die Leute prasseln. Mehrwegflaschen aus Glas. Zum Glück blieben alle Cool.

Natürlich bestätigt der Vorfall meine Vorurteile gegenüber Massenveranstaltungen. Aber was bringt mir das? 19 Menschen fanden den Tod. Die Stadt Duisburg, für die ich, wie für das gesamte Ruhrgebiet, tiefe Sympathie hege, hat eine schwere Wunde davongetragen.

Nein, Schadenfreude gibt es dieses mal nicht von mir. Ich bin geschockt. Und mein Beileid gilt der Stadt Duisburg, ihren Bewohnern und den Opfern des Zwischenfalls.

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Donnerstag, 15. Juli 2010
Modellbau ist tot?
Aber sowas von. Auch hier hat das Computerzeitalter seine Spuren hinterlassen. Angeblich interessieren sich die Jugendlichen und auch älteren Semester nicht mehr für so spießige Dinge wie Modellbau. Und das ist an Produzenten wie Herpa, Wiking, Fleischmann, Trix etc. abzulesen. Ich bin und war bekennender Modellbauer. Ich liebe es kleine Welten, idealisierte Abbilder der Wirklichkeit, zu erschaffen. Ein Diorama, welches eine kleine Geschichte erzählt. Meine Dioramen, stets in 1zu87, spielten oft in der Vergangenheit. Eine Zeit in der ich nicht mal lebte. Die 70er oder 80er. Strandszenen im Holland der 70er, verfallene Werkstätten, verlassene Autos in der Wildnis, eine verschneite Großstadt mit einer Vielzahl von kleinen Details. Ja., daran konnte ich mich stundenlang erfreuen. Beim Bau und beim Betrachten. Einfach davor sitzen und Geschichten spinnen. Was die kleinen Preiserlein (der Kosename für Miniaturmenschen um Eisenbahnformat – benannt nach dem bekanntesten Hersteller) wohl machen würden wenn ihr alter Knudsentaunus nicht eingeschneit wäre? Ob der arrogante Typ mit der Gitarre und dem BMW 2002 wohl die heiße Badenixe abschleppt?

Immer habe ich mir schon beim Bau eine Geschichte überlegt. Viele Modellbauer sind eher Phantasielos und bauen streng nach Vorbildern. Weicht man davon ab ist man unten durch. Spinner! Ich baute nach Phantasie. Was könnte sein? Was spielt sich dort ab? Was beschäftigt mich gerade? Auffällig war immer, das die Gebäude und Autos die ich baute stets unperfekt waren. Patina war das Zauberwort. Ich könnte natürlich eine wunderschöne alte Scheune mit nem restaurierten Porschetraktor bauen. Aber ist es nicht viel interessanten eine verfallene Ruine zu sehen. Aus verwitterten Echtholz (in diesem Maßstab Balsaholz) in der, begraben unter Müll, ein zerfledderter Mercedes Flügeltürer auf sein zweites Leben wartet? Ist eine von Schneematsch durchsetzte, dunkle Straßenszene nicht authentischer als drei glückliche Skiläufer in den glitzernden Alpen?

Naja. Warum schreibe ich diesen Artikel? Weil ich dem Modellbau den Rücken kehrte. Eher aus finanziellen Gründen. Ein kleines Grundstück kostete mich mitunter 300 Euro oder mehr. Wenn man alle Teile, Fahrzeuge etc. kaufte. Und das was man kaufte baute man natürlich um. Selbst wenn man auf seinen Fundus zurückgriff war man schnell bei 50 Euro für die fehlenden Kleinigkeiten. Und dabei improvisierte ich schon sehr oft. Alte Dioramen wurden ausgeschlachtet. Alltagsmaterialien verwendet. Man verwendet statt einer teuren Spanplatte als Basis einen großen Schieferbrocken den man beim Spazierengehen findet. Und so weiter. Dieser gibt die Form vor und ist Dekorativer.

Und jetzt? Jetzt mache ich immer noch Modellbau. Allerdings am PC. Ich spiele die SIMS 3. Anfänglich baute ich dort zwar schon recht nette Grundstücke, spielte aber mehr mit den Figuren (Sims). Inzwischen ist das eher nebensächlich. Ich ertappte mich neulich dabei, dass ich in alte Verhaltensmuster verfiel. Ich riss alle Grundstücke der Nachbarschaft nach und nach ab und ersetzte die Gebäude durch Eigenkreationen, welche alle eine Geschichte erzählen sollten. Diese verknüpfte ich dann schriftlich auch mittels kleiner trivialer geschichten die ich aufschrieb und mit Screenshots ergänzte.

Handwerklich ist das ganze natürlich etwas völlig anderes. Modellbau fordert eine gute Feinmotorik, eine sehr ruhige Hand (man stelle sich vor, wie man eine Stecknadelkopfgroße Marlboroschachtel auf das Armaturenbrett eines 3cm kleinen Opel Diplomat klebt ohne Spuren zu hinterlassen). Umgang mit Werkzeugen und so weiter. Der Grundstücksbau bei den Sims ist eher etwas kognitives. Imagination benötigt zwar auch der Modellbau, jedoch muss man auch bei dem Spiel ein gutes Auge für Proportionen haben. Man muss ca. 50 Cheats auswendig können damit man bauen kann wie man will (die Grundversion des Baumodus ist eher primitiv, die Cheats und Tricks ermöglichen einen allerdings einen fast endlosen Spielraum). Man könnte sagen das ich statt des Sekundenklebers Cheat X benutze. Diese sind nun das Werkzeug. Als zweites sind die Möglichkeiten der selbst erstellten Dinge anders. Um einen sogenannten Mesh (also einen neuen Gegenstand) herzustellen, benötigt man spezielle Programmierkenntnisse. Die gehen mir leider ab. Darum kann ich nur auf Downloads zurückgreifen und diese mit dem Editor im Spiel verändern, indem ich neue Texturen und Farbkombinationen einsetze. So kann man aber ganz nette Ergebnisse erzielen. Und das tolle ist: Die Preiserlein auf den Grundstücken kann man dort Leben lassen. Man kann sie bewegen und richtige Geschichten mit ihnen erzählen. Nur das die Preiserlein Sims heißen und das ganze viel weniger kostet. Allerdings kann man es nicht anfassen. Und das ist der größte Makel. Denn die Sims sind noch imaginärer als jedes Diorama...

Beispiel anhand zweier Tankstellen die ich gebaut habe:

(bitte die Links mittels Rechtsklick in einem neuen Tab öffnen)
Modellbau
Sims
Und hier noch ein Gebrauchtwagenhandel.

Also die Gebäude sind komplett selbst entworfen. Jedes Fenster und Jede Textur selbst gesetzt. Ein grundstück benötigt ca. 4 bis 6 Stunden Arbeit. Ein Diorama etwa genau soviel. Die Größen sind Vergleichbar. 40X30 Rastakästchen im Spiel sind ungefähr auf Meter oder cm übertragbar.

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Freitag, 2. Juli 2010
Vernissage
VERDAMMT bin ich nervös! Man oh m,an! Ich hab mit den Kindern ein Projet gemacht in dem es darum gibt mit Minimalistischen Mitteln ein Möglichst individuelle Kunstwerk zu erschaffen. Inspiriert duch ach so tolle Künstler die ja angeblich Genies sind, deren Bilder aber aussehen wie von 2-Jährigen. Da dachte ich: Die Kinder könnens besser. Naja, ich hab ein Atelier eingerichtet und mit denen losgelegt. Nach 2 Monaten und viel Malen und kreativem Denken sind nun 22 Werke auf Leinwand entstanden. Und Heute ist die Vernissage.

Meine Chefin war so frei die Presse einzuladen was ich wirklich übel finde. Für die Einrichtung ist das natürlich toll. Aber ich hab angst. Nu muss ich nacher das ganze anleiten vor den Eltern und dem Zeitungsfritzen ne Rede halten und alles was dazu Gehört.! AU WEIA!

Drückt mir die Daumen! Ich halte euch auf dem Laufenden wie das ausging!

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Donnerstag, 29. April 2010
Spannende Zeiten
(Achtung, dieser Text entstand heute vor der Arbeit, nach lektüre der aktuellen Schlagzeilen. Er wurde hastig geschrieben und dürfte daher noch mehr Rechtschreib- und Grammatikfehler aufweisen als üblich)


Globale Erwärmung, das Ende des Erdölzeitalters, Taliban und internationaler Terror. China im EXTREMEN Aufschwung, Staatspleiten von Ländern welche nicht in Afrika oder im „Osten“ liegen. UND DAS SIND NUR DIE INTERNATIONALEN EREIGNISSE! Wir leben im „Westen“, uns geht es gut. Und das wird sich niemals ändern. Wer so denkt denkt falsch. Was da gerade in Griechenland passiert sollte uns allen Zeigen wie gefährlich wir leben. Das unser Wohlstand, bzw. die Sicherheit die er suggeriert, eine Illusion ist. Die USA und die Immobilienkrise haben es uns bereits letztes Jahr gezeigt, dass Macht und Größe nichts bedeuten müssen, solange man in der Hand der Banken ist. Wer glaubt der Staat zieht die Fäden ist schon lange auf dem Holzweg. Es sind die Banken und Konzerne. Die Arbeitslosigkeit ist auch nicht nur der Fehler der Politiker. Nein, es sind die Firmen die in Billiglohnländer abwandern. Was soll die Politik denn bitteschön gegen unsere hohen Löhne machen? Klar, die Gewerbesteuer senken als Ausgleich. Aber bitte, das Ruiniert den Staat auch. Ich bin mir bewusst, das ich mich gerade wie ein verdammter Sozialist anhöre. Oder Schwarzmaler. Aber das sind alles reale Gefahren, und wir sollten aufhören uns wer weiß wie sicher zu fühlen, uns zu Sklaven der Banken zu machen und auf diese Weise unser eigenes Grab zu schaufeln. Und wir sollten nicht immer nur verlangen, verlangen, verlangen.

Natürlich muss es möglich sein das auch ein Arbeitsloser menschenwürdig, was auch immer das sein soll, leben kann. Das Kinder aus sogenannten „bildungsfernen Schichten“ eine Chance auf eine Karriere bekommen, in der sie Aktiv was fürs Gemeinwohl tun können – indem sie Steuern zahlen. Aber Subventionen sollten mal überdacht werden. Eine Pendlerpauschale, welche schon mal beinahe abgeschafft wurde, ist sinnig, da viele Arbeitnehmer dazu gezwungen sind weite Strecken zurückzulegen. Aber müssen Milliardenprogramme für die Landwirtschaft sein? Eine Landwirtschaft, welche dank Subventionen Milliarden Tonnen Lebensmittel an Überschuss produziert, welcher dann verbrannt wird? Das halte ich für Dekadent. Man möge mich berichtigen wenn ich das falsch sehe. Ich bin immer bereit dazuzulernen.

Das Deutschland Griechenland unter die Arme greift, obwohl die Bürger Griechenland die Deutschen nicht besonders gut leiden können, muss leider sein. Es muss sein, weil wir alle den Euro haben. Hätten wir noch die Mark, könnte uns das zwar nicht egal sein, das ein Europäischer nachbar pleitegeht, aber wir wären nicht so im Zugzwang. Wir haben den Euro. Und wenn wir wollen das er bleibt was er ist, dann muss etwas geschehen. Nur ist unser Haushalt auch nicht gerade gut aufgestellt. Wie werden die 25 Milliarden finanziert frage ich mich? Durch erhöhte Steuern? Durch neue Kredite? Durch Streichung von Mitteln für das Gemeinwohl, wie Bildung, Kultur oder Straßenbau? Dazu habe ich noch nichts gelesen.

Ich finde die Zeiten in denen wir leben spannend. Ich finde sie Respekteinflößend. Was bringt es mir Wohlstand anzuhäufen wenn ich ihn unter Umständen bald verliere? Obwohl ich mir bei meinem Gehalt ohnehin nur einen, im Vergleich zur Mittelschicht, bescheidenen Wohlstand leisten kann. Aber ich habe immerhin eine kleine Wohnung, Internet, Telefon und ein Auto. Letzteres spiegelt glaube ich als einziger Gegenstand aus meinen Besitz wahre Dekadenz wieder. Denn ich bräuchte es, das Auto, nicht zwangsläufig. Es gibt ja auch noch die Bahn, den Bus und das Fahrrad.

Ich brauche aber auch keinen großen Fernseher, kein Iphone/pad/pod/pid/pud/ped, keinen Supercomputer, keinen Laptop, keinen Neuwagen, keine Markenkleidung und all das um mich zu Profilieren. Profilieren kann ich mich hier oder durch andere Handlungen die kein Geld kosten. Für mich ist es Luxus schön essen zu gehen, oder in einer Bar abzuhängen. Einen Kaffee im Café zu genießen. Das sind kleine Dinge die Freude machen und nicht von uns verlangen überteuerte Produkte aus Fernost zu kaufen und dafür auch noch einen Kredit aufzunehmen.

Ich sehe nicht den Zusammenbruch des deutschen Staates. Aber ich sehe die Möglichkeit, solange die Deutschen und der Rest der Welt denkt, das alleiniger Besitz von Gütern bedeutet, jemand zu sein. Vergiss es Welt. Hitler hatte auch Macht und nen dicken Benz. War er darum ein besserer Mensch? Aber vermutlich will keiner ein „besserer“ Mensch sein. Es geht eh nur ums haben, haben, haben. Scheiß auf die Anderen. Man, ich höre mich echt an wie ein Aktivist aus den 60ern. Vermutlich haben wir die heute nötiger als jemals zuvor. Aber das interessiert heute eh keinen mehr. Lieber wird man zum Nazi und schimpft auf die Ausländer. Ist ja viel einfacher. Spannende, erschreckende Zeiten in denen wir leben.

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